Fünf Jahre MCube: Eine Zwischenbilanz

Das diesjährige Clustertreffen von MCube war ganz besonders – und das nicht, weil alle Mitglieder, Partner*innen und Wegbegleiter*innen des Cllusters auf der Dachterrasse der Technischen Universität München zusammenkamen, um gemeinsam über die Innovationsprojekte zu sprechen. Sondern vor allem, weil auch das fünfjährige Bestehen des Clusters gefeiert wurde: 5 Jahre MCube, 5 Jahre Mobilitätsinnovationen.

Im ersten Teil des Programms am 28. Juli 2026 stand vor allem der gemeinsame Blick auf die Innovationsprojekte im Zentrum: Wo steht MCube in diesem Jahr, welche Synergien lassen sich zwischen den Projekten nutzen, und welchen Herausforderungen steht der Cluster gegenüber?

Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: MCube steht an der Schwelle zu den Reallaboren. Mehrere Projekte gehen in diesem Jahr von der Konzeptions- in die Umsetzungsphase über:

  • MOSAIQ beginnt mit der konkreten Quartiersumgestaltung in Moosach und Schwabing.
  • MobiPionier schafft für Hunderte Münchner*innen gezielte Anreize, ihr Mobilitätsverhalten zu verändern.
  • ComfficientShare 2.0 startet die ersten Peer-to-Peer-Carsharing-Angebote in München.

Diese drei Projekte stehen exemplarisch für das nächste Level der Cluster-Arbeit: von der gemeinsamen Konzeptentwicklung bis zur Erprobung im realen städtischen Raum.

Am Abend stand dann die Jubiläumsfeier im Vordergrund – mit Blick nach vorne. Denn MCube ist vor über fünf Jahren aus einer klaren Prämisse entstanden: Mobilität lässt sich nicht sinnvoll entlang einzelner Verkehrsmittel, Technologien oder Fachdisziplinen denken, sondern muss als gemeinsame gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe verstanden werden. Aus dieser Ausgangsidee ist ein Netzwerk von mittlerweile über 80 Partnerorganisationen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft gewachsen.

Der Weg dorthin verlief nicht immer linear. In den vergangenen Jahren wurden Ansätze erprobt, teils wieder verworfen und neu gedacht. Reallabore wurden aufgebaut, disziplinübergreifende Formate etabliert und Wissen zwischen Akteur*innen ausgetauscht, die im Regelfall nicht miteinander in Kontakt kommen. Der Leitspruch „Miteinander. Möglich. Machen.“ hat sich dabei von einem programmatischen Motto zu einer gelebten Arbeitsweise entwickelt.

Zukunftsideen bei veränderten Bedingungen

In seiner Ansprache beschrieb Clustersprecher Prof. Sebastian Pfotenhauer die Arbeit von MCube mit einem Bild aus der Navigationstechnik: Die Gestaltung der Mobilitätszukunft folge keiner geraden Strecke von einem Ausgangspunkt zu einem definierten Ziel. Entscheidend sei nicht die exakte Zielkoordinate, sondern die Fähigkeit zum kontinuierlichen „Re-Routing“ – vergleichbar mit einer Navigationssoftware, die sich fortlaufend an veränderte Bedingungen anpasst.

Diese Beschreibung trifft die Realität der vergangenen fünf Jahre: Pandemie, Energiekrise, geopolitische Verwerfungen, der rasante Fortschritt in der künstlichen Intelligenz sowie politische Veränderungen haben die Rahmenbedingungen für die Mobilitätsforschung wiederholt verschoben. Der Auftrag von MCube liegt daher weniger darin, eine feststehende Zukunftsvision zu formulieren, als vielmehr Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Akteure diese Zukunft gemeinsam erproben, diskutieren und gestalten können.

Rückblick der Partner

Im Rahmen der Feier ordneten mehrere langjährige Partner die Entwicklung von MCube ein und lieferten Impulse aus ihrer jeweiligen Perspektive: Georg Dunkel (Leiter des Mobilitätsreferats, Landeshauptstadt München), Sebastian Pfotenhauer und Gebhard Wulfhorst (TUM / MCube-Co-Direktoren) sowie Florian Welter vom Projektträger Jülich (PtJ). Einen persönlichen Rückblick auf die Cluster-Reise von 2018 bis heute gaben zudem Carolin Zimmer, Julia Kinigadner, Michael Wittmann, Alexander Wentland, Oliver May-Beckmann und Sophia Knopf als Moderatorin.

Fünf Jahre MCube stehen für den Aufbau eines belastbaren Netzwerks und für eine Arbeitsweise, die auf Kooperation über Sektorengrenzen hinweg setzt. Der Cluster versteht das Jubiläum zugleich als Ausgangspunkt für die kommenden Jahre: Die zentrale Frage bleibt nicht, wohin die Reise führt, sondern wie der Weg dorthin gemeinsam mit der MCube-Community gestaltet wird.

Fotos: Viktoriya Zayika

Über MCube

MCube – der „Münchner Cluster für die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen“ – ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderter Zukunftscluster und befindet sich seit November 2024 bereits in der zweiten Förderphase. Unter der Leitung der Technischen Universität München und gemeinsam mit über 80 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung gestaltet MCube die Mobilität von morgen – innovativ, nachhaltig und übertragbar auf andere Regionen.

Im Rahmen einer Community of Practice kamen 2025 regelmäßig Vertreter*innen verschiedener Kommunen zusammen, um sich zu einer sinnvollen Praxis mit städtischen Daten für nachhaltige Mobilität auszutauschen.

Wie lassen sich Fragen gerechter Mobilität gemeinsam erforschen und gestalten? Das Seminar „Planning for Mobility Justice“ an der TU München beleuchtet unterschiedliche Perspektiven Rund um das Thema Mobilitäts(un)gerechtigkeit.

rescuePY zeigt, wie Simulationen nicht nur für die Verkehrsplanung eingesetzt werden können, sondern auch für kritische Bereiche urbaner Mobilität.

Während Debatten heute oft von verhärteten Fronten geprägt sind, haben wir ein anderes Format ausprobiert: die Unterhausdebatte.

Ziel ist es, evidenzbasierte Szenarien und Übergangspfade für ein nachhaltiges, inklusives und zukunftsfähiges Mobilitätssystem bis 2055 zu entwickeln.

Eine aktuelle Studie aus dem ReMIX-Umfeld untersucht anhand urbaner Experimente in München, wie bestimmte Mobilitätszukünfte durch drei zentrale performative Mechanismen wirkam gemacht werden.

Wie lassen sich Mobilitätsinnovationen verantwortungsvoll gestalten – und welche politischen Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Bei der re:publica 2026 in Berlin war MCube auf Europas größter Digital- und Gesellschaftskonferenz vertreten – mit allen 21 Cluster- und Campus-Initiativen des BMFTR.

5.000 Gäste, viele Einblicke: Der Sustainability Day der TUM machte nachhaltige Innovation erlebbar.

MCube Consulting stellt mit SmartEvent ein digitales Tool vor, das Veranstaltungsanmeldungen in München mithilfe von Geodaten einfacher und effizienter macht.

Leichte Sprache

Was ist MOSAIQ?
Stellt Euch etwas vor: Es gibt mehr Platz für Menschen. Die Straßen haben mehr Bäume und Pflanzen. Alle Menschen können sich besser fort∙bewegen. So könnte Euer Stadt∙teil Schwabing-West in Zukunft sein. Wie wünscht Ihr Euch Euren Stadt∙teil? Darüber wollen wir mit Euch sprechen!

Das Projekt heißt: MOSAIQ. MOSAIQ ist ein Forschungs∙projekt. MOSAIQ bedeutet: Mobilität und Stadt-Klima im Zukunfts-Stadt∙teil. Die Technische Universität München leitet das Projekt.

Worum geht es bei MOSAIQ?
MOSAIQ will die Straßen im Stadt∙teil schöner machen. Die Menschen sollen sich dort wohlfühlen. Es soll mehr Platz geben. Zum Beispiel für Treffen und für Pflanzen. Ihr könnt mit∙entscheiden, was im Stadt∙teil ausprobiert wird. Die Ideen kommen von Euch. Manche Ideen werden für eine bestimmte Zeit auf den Straßen ausprobiert.
Das Ziel von MOSAIQ ist: Die Stadt∙teile sollen gute Orte zum Leben werden.
Gleichzeitig soll das Klima in der Stadt besser werden. Und die Menschen sollen sich gut in der Stadt bewegen können. 

Was passiert im Stadtteil?

  • Im Jahr 2025:
    Die Menschen im Stadt∙teil können mitmachen. Sie können ihre Ideen sagen. Es gibt Gespräche, Umfragen und Treffen. Auch Forscherinnen und Forscher beginnen mit ihrer Arbeit.
  • Im Jahr 2026:
    Einige Ideen werden ausprobiert.
    Sie werden für eine bestimmte Zeit auf den Straßen umgesetzt.
  • Im Jahr 2027:
    Die Ergebnisse werden ausgewertet.
    Es wird überlegt, wie es weiter∙gehen kann.