Rückblick auf Speaker Series #18 - Der 5-Punkte-Plan (März 25)

Deutschlands Zukunft der Mobilität: Was muss in den neuen Koalitionsvertrag?

Mit dem geplanten 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz stehen Deutschland große Investitionsmittel zur Verfügung. Doch Geld allein reicht nicht. Es braucht klare Leitplanken für eine zukunftsfähige Mobilitätspolitik, die Innovation, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen fördert.

Ein 5-Punkte-Plan für nachhaltige Mobilität

Gemeinsam mit der Technischen Universität München, UnternehmerTUM und über 50 Partnern aus Praxis und Forschung hat Deutschlands größtes Mobilitätscluster MCube einen konkreten 5-Punkte-Plan entwickelt. Dieser wurde am 13. März 2025 in der MCube Speaker Series im TUM Think Tank der Hochschule für Politik München vor über 80 Gästen, darunter Münchens 2. Bürgermeister Dominik Krause sowie Mobilitätsverantwortliche aus 15 Kommunen, vorgestellt und diskutiert.

Die zentralen Punkte im Überblick:

Stadt und Land differenziert denken – nachhaltige Mobilität gezielt fördern
Die Mobilitätsanforderungen unterscheiden sich in Stadt und Land grundlegend:

  • Auf dem Land bleibt der elektrische Privat-Pkw vorerst das Rückgrat. Investitionen in Ladeinfrastruktur und gezielte Anreize zur Elektrifizierung sind essenziell.
  • In den Städten müssen ÖPNV, Rad- und Fußverkehr gestärkt und priorisiert werden, um kurze Wege effizient zu gestalten. Diese Förderung schafft Planungssicherheit für Industrie, Kommunen und Bürger:innen.

Mobilitätsinnovationen praxisnah umsetzen – Gründung einer „DATI-Mobility“-Agentur
Deutschland investiert mehr in Forschung als die USA, bleibt jedoch bei der Umsetzung hinterher. Eine „DATI-Mobility“-Transferagentur soll Forschung gezielt in marktfähige Geschäftsmodelle überführen und Innovationen beschleunigen. So entstehen Wertschöpfung und praxisnahe Anwendungen.

Autonomes Fahren gezielt vorantreiben
Deutschland droht den Anschluss im autonomen Fahren zu verlieren. Um dies zu verhindern, sind Modellregionen erforderlich, in denen Kommunen, Anbieter, Zulieferer und Forschung eng kooperieren. Neben Hamburg sollte eine weitere Region autonome Pendlerlösungen testen, um eine schnelle Umsetzung, neue Geschäftsmodelle und eine internationale Vorreiterrolle zu sichern.

️ Kommunen stärken – mehr Tempo und Handlungsspielraum
Viele Mobilitätsmaßnahmen scheitern an langsamen Entscheidungswegen. Kommunen benötigen mehr Entscheidungsfreiheit bei Temporegeln, Parkraumbewirtschaftung sowie der Förderung von Rad- und Fußverkehr. Ziel: Bürokratie abbauen und schneller handeln.

Finanzierung des ÖPNV sichern – durch einen langfristigen Infrastrukturfonds
Eine nachhaltige Verkehrsinfrastruktur erfordert Planungssicherheit. Ein langfristiger Infrastrukturfonds nach Schweizer Vorbild könnte den ÖPNV unabhängig von kurzfristigen politischen Entscheidungen finanzieren, Arbeitsplätze sichern und die Mobilität langfristig stabil halten.

Zum vollständigen Maßnahmenkatalog: Link

Im Rahmen einer Community of Practice kamen 2025 regelmäßig Vertreter*innen verschiedener Kommunen zusammen, um sich zu einer sinnvollen Praxis mit städtischen Daten für nachhaltige Mobilität auszutauschen.

Wie lassen sich Fragen gerechter Mobilität gemeinsam erforschen und gestalten? Das Seminar „Planning for Mobility Justice“ an der TU München beleuchtet unterschiedliche Perspektiven Rund um das Thema Mobilitäts(un)gerechtigkeit.

Welche wirtschaftlichen Effekte hat ein leistungsfähiger ÖPNV für eine Region? Eine neue Studie von MCube Consulting untersucht diese Frage auf Bundeslandebene und zeigt für das Saarland eine jährliche Wertschöpfung von rund 870 Millionen Euro.

MCube Consulting entwickelt mit MehrwertRad einen praxisnahen Ansatz, um den wirtschaftlichen Nutzen von Radverkehr und Fahrradwirtschaft systematisch messbar zu machen.

Wie sieht Mobilität im Jahr 2035 tatsächlich aus? Bei der MCube Speaker Series im SAP Lab Garching diskutierten wir mit Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand.

Beim diesjährigen Clustertreffen ging es nicht nur um die MCube Innovationsprojekte, sondern vor allem um das fünfjährige Bestehen des Clusters. MCube feiert 5 Jahre und damit 5 Jahre Mobilitätsinnovationen.

rescuePY zeigt, wie Simulationen nicht nur für die Verkehrsplanung eingesetzt werden können, sondern auch für kritische Bereiche urbaner Mobilität.

Während Debatten heute oft von verhärteten Fronten geprägt sind, haben wir ein anderes Format ausprobiert: die Unterhausdebatte.

Ziel ist es, evidenzbasierte Szenarien und Übergangspfade für ein nachhaltiges, inklusives und zukunftsfähiges Mobilitätssystem bis 2055 zu entwickeln.

Eine aktuelle Studie aus dem ReMIX-Umfeld untersucht anhand urbaner Experimente in München, wie bestimmte Mobilitätszukünfte durch drei zentrale performative Mechanismen wirkam gemacht werden.

Leichte Sprache

Was ist MOSAIQ?
Stellt Euch etwas vor: Es gibt mehr Platz für Menschen. Die Straßen haben mehr Bäume und Pflanzen. Alle Menschen können sich besser fort∙bewegen. So könnte Euer Stadt∙teil Schwabing-West in Zukunft sein. Wie wünscht Ihr Euch Euren Stadt∙teil? Darüber wollen wir mit Euch sprechen!

Das Projekt heißt: MOSAIQ. MOSAIQ ist ein Forschungs∙projekt. MOSAIQ bedeutet: Mobilität und Stadt-Klima im Zukunfts-Stadt∙teil. Die Technische Universität München leitet das Projekt.

Worum geht es bei MOSAIQ?
MOSAIQ will die Straßen im Stadt∙teil schöner machen. Die Menschen sollen sich dort wohlfühlen. Es soll mehr Platz geben. Zum Beispiel für Treffen und für Pflanzen. Ihr könnt mit∙entscheiden, was im Stadt∙teil ausprobiert wird. Die Ideen kommen von Euch. Manche Ideen werden für eine bestimmte Zeit auf den Straßen ausprobiert.
Das Ziel von MOSAIQ ist: Die Stadt∙teile sollen gute Orte zum Leben werden.
Gleichzeitig soll das Klima in der Stadt besser werden. Und die Menschen sollen sich gut in der Stadt bewegen können. 

Was passiert im Stadtteil?

  • Im Jahr 2025:
    Die Menschen im Stadt∙teil können mitmachen. Sie können ihre Ideen sagen. Es gibt Gespräche, Umfragen und Treffen. Auch Forscherinnen und Forscher beginnen mit ihrer Arbeit.
  • Im Jahr 2026:
    Einige Ideen werden ausprobiert.
    Sie werden für eine bestimmte Zeit auf den Straßen umgesetzt.
  • Im Jahr 2027:
    Die Ergebnisse werden ausgewertet.
    Es wird überlegt, wie es weiter∙gehen kann.