Wie muss der Bus von morgen aussehen, damit möglichst viele Menschen freiwillig und überzeugt umsteigen?
Diese zentrale Frage diskutierten Vertreter*innen aus Industrie, Forschung und Stadtverkehr am 01.12.2022 im Rahmen einer MCube-Veranstaltung mit hochkarätiger Besetzung: MAN Truck & Bus SE, DROMOS GmbH, EDAG Group, die Technische Universität München sowie die Stadtwerke München (MVG) gaben spannende Einblicke in ihre Visionen eines zukunftsfähigen Busverkehrs.
Einstieg mit klarer Realität: Das Image des Busses heute
Per Mentimeter-Umfrage wurde zu Beginn abgefragt, was den Teilnehmenden spontan zum Thema Bus einfällt – das Ergebnis: „voll, unpünktlich, eng, unbequem“. Ein klarer Auftrag an alle Beteiligten: Das Image muss sich radikal verändern.
MAN: Vom Technikfokus zum Menschenfokus – Thorsten Bermanier-Trede (MAN) stellte die Frage: Wie bewegen wir in Zukunft 1,3 Millionen Einpendler*innen effizienter? Aktuell sind Busse nur zu 20 % ausgelastet. Die Vision: ein Bus für 100 Menschen, davon 30 Sitzplätze, kombiniert mit echten Mehrwerten wie Panoramablick oder smarter Integration ins urbane Design. Der Bus der Zukunft soll nicht nur Transportmittel, sondern Teil des Stadterlebnisses sein.
DROMOS: Autonom, on-demand und kompakt – Dr. Martin Dürr (DROMOS) präsentierte ein alternatives Konzept: kleine, autonome Fahrzeuge für den öffentlichen Verkehr – on-demand und shared, mit dem Komfort eines Taxis zum Preis eines Bustickets. Dabei stellte er die Frage: Wie sicher fühlen sich Menschen allein in einem kleinen Fahrzeug? Und wie kann solch ein System auch Güterverkehr entlasten?
Ein Anwendungsbeispiel aus Cambridge zeigte: 160 km Strecke, 88 Stopps – realisierbar im Kleinfahrzeugkonzept.
EDAG CityBot: Mobilität wird modular – Johannes Barckmann (EDAG) präsentierte den CityBot – ein autonomes, modulares Fahrzeug mit austauschbaren „Backpacks“. Diese können Personen befördern, Müll einsammeln oder Gepäck transportieren. Bereits im Einsatz auf Flughäfen und im Deutsche Bank Park, wo er Würstchen und Getränke liefert. Während des Betriebs scannt der CityBot das Gelände per 3D-Daten – eine spannende Fusion aus Digitalisierung, Automatisierung und Mobilitätswende.
STEAM: Mobilität ganzheitlich denken – Moritz Seidenfuß (STEAM) rief dazu auf, Mobilität umfassender zu denken – nicht nur auf Personen, sondern auf alles, was sich bewegt. Seine These:
Wird der Bus zuverlässiger, günstiger und besser angebunden, wird er attraktiver. Gleichzeitig könnten freie Kapazitäten z. B. für Paketlogistik genutzt werden – das würde Kosten senken und gleichzeitig den Lieferverkehr entlasten.
SWM/MVG: Die Elektrifizierung des städtischen Busverkehrs – Tobias Glaß (SWM/MVG) betonte, dass die MVG bis 2035 ihren Busverkehr vollständig elektrifizieren will. Dafür brauche es vor allem mehr Lade- und Abstellflächen. Neue Busse sind inzwischen rollende Datenbanken, die smarter eingesetzt werden. Bei der IAA wurde etwa ein autonomes Shuttle am Carolinenplatz vorgestellt. Die drei Eckpfeiler der MVG-Zukunft:
➡ Elektrifizierung
➡ Digitalisierung
➡ Automatisierung
Podiumsdiskussion: Visionen vs. Realität
In der abschließenden Diskussion wurden zentrale Fragen behandelt:
Fazit: Der Bus von morgen ist mehr als ein Fahrzeug
Was alle Teilnehmenden eint: Die Zukunft des Busverkehrs muss menschenzentriert, flexibel und nachhaltig gedacht werden – sei es als Großraummodul mit Komfort oder als vernetzter Schwarm kleiner, intelligenter Fahrzeuge. Die Debatte hat gezeigt: Es gibt nicht die eine Lösung – aber viele Ansätze, die sich ergänzen können. Jetzt gilt es, Innovationen zu testen, klug zu kombinieren und gesellschaftlich zu verankern.
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Was ist MOSAIQ?
Stellt Euch etwas vor: Es gibt mehr Platz für Menschen. Die Straßen haben mehr Bäume und Pflanzen. Alle Menschen können sich besser fort∙bewegen. So könnte Euer Stadt∙teil Schwabing-West in Zukunft sein. Wie wünscht Ihr Euch Euren Stadt∙teil? Darüber wollen wir mit Euch sprechen!
Das Projekt heißt: MOSAIQ. MOSAIQ ist ein Forschungs∙projekt. MOSAIQ bedeutet: Mobilität und Stadt-Klima im Zukunfts-Stadt∙teil. Die Technische Universität München leitet das Projekt.
Worum geht es bei MOSAIQ?
MOSAIQ will die Straßen im Stadt∙teil schöner machen. Die Menschen sollen sich dort wohlfühlen. Es soll mehr Platz geben. Zum Beispiel für Treffen und für Pflanzen. Ihr könnt mit∙entscheiden, was im Stadt∙teil ausprobiert wird. Die Ideen kommen von Euch. Manche Ideen werden für eine bestimmte Zeit auf den Straßen ausprobiert.
Das Ziel von MOSAIQ ist: Die Stadt∙teile sollen gute Orte zum Leben werden.
Gleichzeitig soll das Klima in der Stadt besser werden. Und die Menschen sollen sich gut in der Stadt bewegen können.
Was passiert im Stadtteil?