Rückblick: MCube Speaker Series – Unterhausdebatte zur Stadt- und Mobilitätsentwicklung

Während Debatten heute oft von verhärteten Fronten geprägt sind, haben wir ein anderes Format ausprobiert: die Unterhausdebatte. Ein Format, in dem es ausdrücklich erwünscht ist, die eigene Position zu hinterfragen und die Seite zu wechseln, wenn neue Argumente überzeugen.

Bei der MCube Speaker Series im Munich Urban Colab wurden Positionen nicht nur diskutiert, sondern im Raum sichtbar gemacht. Zu verschiedenen Fragen bezogen die Teilnehmenden eine Seite – mit der Möglichkeit, diese jederzeit wieder zu wechseln. Und genau das geschah mehrfach: Argumente wurden ausgetauscht, Perspektiven verschoben und neue Sichtweisen entdeckt.

Das Publikum beteiligte sich mit zahlreichen Wortmeldungen, brachte eigene Erfahrungen ein und diskutierte intensiv miteinander. Auch die Expertinnen wechselten im Laufe der Debatte mehrfach ihre Position und zeigten damit, dass ein offener Austausch nicht bedeutet, an einer einmal gefassten Meinung festzuhalten.

Alle gegen einen – oder hören alle einem zu?

Ein besonders eindrucksvoller Moment entstand bei der Diskussion darüber, ob Parkplätze zugunsten von mehr Aufenthaltsqualität, Sitzgelegenheiten und sicheren Wegen entfallen sollten. Während sich fast alle Teilnehmenden auf einer Seite des Raumes versammelten, blieb ein Gast bewusst auf der anderen Seite. Entscheidend war dabei nicht nur die unterschiedliche Position, sondern vor allem der Umgang damit: Seine Argumente wurden gehört, diskutiert und versucht zu verstehen.

Auch wenn am Ende nicht alle derselben Meinung waren, entstand ein besseres Verständnis für andere Perspektiven und Lebensrealitäten. Genau darin liegt die Stärke von Beteiligung: Es geht nicht immer darum, einen Konsens zu finden, sondern darum, miteinander im Gespräch zu bleiben und Verständnis füreinander zu entwickeln.

Auch unsere Expertinnen wechselten mehrfach die Seite und brachten ihre Perspektiven ein:

Christina Tillmann (ADAC Stiftung) erklärte in ihrem Impulsvortrag: “Nur 10% der 16- bis 27-Jährigen ist mit dem Status Quo der Mobilität zufrieden. Die Mehrheit von ihnen glaubt nicht daran, dass technologische Innovationen umgesetzt werden.”

Anne Hogeback (PlanTreff, Landeshauptstadt München) sagte: “Es ist wichtig, dass wir nicht nur die lauten Menschen hören. Wir müssen den Leisen mehr zuhören.”

Carolin Zimmer (TUM / MCube) warnte: “Notwendige Transformationen müssen von der Gesellschaft mitgetragen werden.”

Herzlichen Dank an unsere Expertinnen für ihre Impulse und ihre Offenheit, sich ebenso auf die Debatte einzulassen wie das Publikum.

Ebenso danken wir Sabine Hansky vom Munich Urban Colab, allen Mitwirkenden und allen Teilnehmenden für einen Abend voller engagierter Diskussionen, neuer Perspektiven und konstruktivem Austausch.

Die Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt: Gute Stadt- und Mobilitätsentwicklung lebt von Beteiligung – und von der Bereitschaft, anderen zuzuhören und die eigene Position zu hinterfragen.

Fotos: Munich Urban Colab / Andreas Gebert

 

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Leichte Sprache

Was ist MOSAIQ?
Stellt Euch etwas vor: Es gibt mehr Platz für Menschen. Die Straßen haben mehr Bäume und Pflanzen. Alle Menschen können sich besser fort∙bewegen. So könnte Euer Stadt∙teil Schwabing-West in Zukunft sein. Wie wünscht Ihr Euch Euren Stadt∙teil? Darüber wollen wir mit Euch sprechen!

Das Projekt heißt: MOSAIQ. MOSAIQ ist ein Forschungs∙projekt. MOSAIQ bedeutet: Mobilität und Stadt-Klima im Zukunfts-Stadt∙teil. Die Technische Universität München leitet das Projekt.

Worum geht es bei MOSAIQ?
MOSAIQ will die Straßen im Stadt∙teil schöner machen. Die Menschen sollen sich dort wohlfühlen. Es soll mehr Platz geben. Zum Beispiel für Treffen und für Pflanzen. Ihr könnt mit∙entscheiden, was im Stadt∙teil ausprobiert wird. Die Ideen kommen von Euch. Manche Ideen werden für eine bestimmte Zeit auf den Straßen ausprobiert.
Das Ziel von MOSAIQ ist: Die Stadt∙teile sollen gute Orte zum Leben werden.
Gleichzeitig soll das Klima in der Stadt besser werden. Und die Menschen sollen sich gut in der Stadt bewegen können. 

Was passiert im Stadtteil?

  • Im Jahr 2025:
    Die Menschen im Stadt∙teil können mitmachen. Sie können ihre Ideen sagen. Es gibt Gespräche, Umfragen und Treffen. Auch Forscherinnen und Forscher beginnen mit ihrer Arbeit.
  • Im Jahr 2026:
    Einige Ideen werden ausprobiert.
    Sie werden für eine bestimmte Zeit auf den Straßen umgesetzt.
  • Im Jahr 2027:
    Die Ergebnisse werden ausgewertet.
    Es wird überlegt, wie es weiter∙gehen kann.