MCube Consulting Studie: LHM Olympia Bewerbung (Okt. 25)

Olympia in München: Chance für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft

München prüft aktuell eine Bewerbung für die Olympischen Spiele. Dafür braucht es eine fundierte Entscheidungsgrundlage: Welche Effekte hätten die Spiele für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft?

MCube Consulting wurde im Juli 25 beauftragt, diese Fragen in einer Kurzstudie zu untersuchen. Die Studie entstand in enger Zusammenarbeit mit Expert*innen der TU München sowie dem Sportreferat, Planungsreferat und Mobilitätsreferat der LHM sowie mit der Verkehrsmodellierung der Stadtwerke München.

Wie wurde die Studie durchgeführt

Für die Untersuchung nutzten die Expert*innen verschiedene wissenschaftliche Methoden:

  • Annahmen und Daten wurden gesammelt.
  • Verschiedene Szenarien wurden durchgerechnet, um zu prüfen, wie sich unterschiedliche Faktoren auswirken.
  • Leitfadengestützte Interviews mit Fachleuten wurden durchgeführt.
  • Grundlage bildeten Erfahrungen aus vergangenen Olympischen Spielen, anderen Großveranstaltungen und die Bewertung von 18 geplanten Maßnahmen in München.

Ziel war es, den gesamtwirtschaftlichen Nutzen und die Nachhaltigkeit einer Austragung zu bewerten. Dabei wurden Chancen – wie Aufwertung der Stadt, bessere Mobilität und ein positives Image – ebenso betrachtet wie Risiken, zum Beispiel hohe Kosten, Umweltbelastungen oder die begrenzte Steuerungsfähigkeit großer Infrastrukturprojekte. Mietsteigerungen und Gentrifizierung spielten nur eine untergeordnete Rolle.

Warum die Spiele einen Mehrwert bringen

Die Untersuchung zeigt, dass Olympia langfristig positive Effekte für München erzeugen kann, wenn die Risiken aktiv gesteuert werden:

  • Richtige Maßnahmen, unabhängig von Olympia: Tram-Ausbau, Radschnellwege, Parkmeilen und neuer Wohnungsbau bringen bereits ohne Olympia langfristige Vorteile – die Spiele wirken als zusätzlicher Impuls.
  • Frühzeitige Umsetzung zahlt sich aus: Je früher die Maßnahmen umgesetzt werden, desto länger profitieren Stadt und Bürger*innen.
  • Umwelt und Gesundheit profitieren: Mehr Rad- und Fußverkehr sowie ein gestärkter ÖPNV reduzieren CO₂, Flächenverbrauch und fördern die Gesundheit.
  • Sportstätten mit geringem Einfluss: Neue Sportstätten verursachen Kosten, die langfristigen Vorteile der Infrastrukturmaßnahmen überwiegen jedoch deutlich.
  • Wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Gewinn: Olympia stärkt das Image Münchens, schafft wirtschaftliche Impulse und fördert Begegnung, Inklusion und Inspiration („Melting Pot“-Effekte).

Szenarioanalysen zeigen ein Potenzial von bis zu niedrigen zweistelligen Milliardenwerten, während im negativen Fall ein Verlust im einstelligen Milliardenbereich möglich ist.

Empfehlungen für die Landeshauptstadt

Damit München den maximalen Nutzen aus Olympia zieht, empfehlen die Expert*innen:

  • Kleine, schnell umsetzbare Maßnahmen bevorzugen: Tram, Radwege und Parkmeilen bringen sichere Mehrwerte – risikoreiche Großprojekte wie U-Bahn-Erweiterungen vermeiden.
  • Olympia als Boost nutzen: Die Spiele können als Finanzierungsschub für ohnehin geplante Maßnahmen dienen.
  • Nachhaltige Sportstätten planen: Bestehende Anlagen nutzen oder temporäre, kostengünstige Lösungen einsetzen.
  • Effiziente Steuerung und Governance sichern: Politische Prozesse und Ressourcen müssen klar geregelt sein – ggf. durch ein eigenes „Olympiagesetz“.
  • Transparente Kommunikation: Bürger*innen sollten umfassend über ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Mehrwerte informiert werden.

Wissenschaftlich fundiert

Autorenteam – MCube Consulting: Dr.-Ing. Daniel Schröder und Felix Waldner

Expert*innen-Team – TU München: Prof. Hanna Hottenrott, Prof. Gebhard Wulfhorst, Prof. Allister Loder, Dr. Nadia Alaily-Mattar und Oliver May-Beckmann (TUM/MCube)

Fazit

Mit gezielten, nachhaltig geplanten Maßnahmen können die Olympischen Spiele München weit über den Sport hinaus stärken – als Stadt mit nachhaltiger Mobilität, starken Wirtschaftsimpulsen und lebendiger Gesellschaft.

👉 Hier geht’s zum Download der Studie und des Infosheets.

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Zum ersten Mal in diesem Format machten sich Studierende auf den Weg in drei Städte Europas. Es ging nach Stockholm, Tallinn/Helsinki und Barcelona.

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Was ist MOSAIQ?
Stellt Euch etwas vor: Es gibt mehr Platz für Menschen. Die Straßen haben mehr Bäume und Pflanzen. Alle Menschen können sich besser fort∙bewegen. So könnte Euer Stadt∙teil Schwabing-West in Zukunft sein. Wie wünscht Ihr Euch Euren Stadt∙teil? Darüber wollen wir mit Euch sprechen!

Das Projekt heißt: MOSAIQ. MOSAIQ ist ein Forschungs∙projekt. MOSAIQ bedeutet: Mobilität und Stadt-Klima im Zukunfts-Stadt∙teil. Die Technische Universität München leitet das Projekt.

Worum geht es bei MOSAIQ?
MOSAIQ will die Straßen im Stadt∙teil schöner machen. Die Menschen sollen sich dort wohlfühlen. Es soll mehr Platz geben. Zum Beispiel für Treffen und für Pflanzen. Ihr könnt mit∙entscheiden, was im Stadt∙teil ausprobiert wird. Die Ideen kommen von Euch. Manche Ideen werden für eine bestimmte Zeit auf den Straßen ausprobiert.
Das Ziel von MOSAIQ ist: Die Stadt∙teile sollen gute Orte zum Leben werden.
Gleichzeitig soll das Klima in der Stadt besser werden. Und die Menschen sollen sich gut in der Stadt bewegen können. 

Was passiert im Stadtteil?

  • Im Jahr 2025:
    Die Menschen im Stadt∙teil können mitmachen. Sie können ihre Ideen sagen. Es gibt Gespräche, Umfragen und Treffen. Auch Forscherinnen und Forscher beginnen mit ihrer Arbeit.
  • Im Jahr 2026:
    Einige Ideen werden ausprobiert.
    Sie werden für eine bestimmte Zeit auf den Straßen umgesetzt.
  • Im Jahr 2027:
    Die Ergebnisse werden ausgewertet.
    Es wird überlegt, wie es weiter∙gehen kann.