Rückblick auf Speaker Series #8 - Feministische Mobilitätswende (März 23)

Warum wir gerechte Mobilität für alle brauchen

Am 9. März 2023 diskutierten rund 120 Teilnehmende im Kulturzentrum LUISE über das Thema „Feministische Mobilitätswende“ – ein Abend voller spannender Impulse, ehrlicher Einblicke und intensiver Diskussionen. Organisiert wurde die Veranstaltung im Rahmen der MCube Speaker Series „Zukunft der Mobilität“.

Den Auftakt bildeten drei Impulsvorträge, in denen unsere Speakerinnen zeigten, warum Mobilität aus feministischer Perspektive neu gedacht werden muss – gerechter, inklusiver, alltagstauglicher.

  • Lena Osswald (mobilivers) macht deutlich: Mobilitätsverhalten ist stark vom Alltag geprägt. Wer Care-Arbeit leistet – also etwa Kinder oder Angehörige betreut – hat völlig andere Mobilitätsbedürfnisse als Menschen, die nur für sich selbst unterwegs sind.
  • Katharina Horn (BUND Naturschutz in München) zeigt, wie Medien Frauen am Steuer lange klischeehaft dargestellt haben. Gleichzeitig präsentiert sie Quartierskonzepte, in denen die Sicherheit aller Altersgruppen an erster Stelle steht – ein wichtiges Ziel für feministische Mobilität.
  • Franziska Meinherz (TUM) betont die soziale Dimension von Mobilität: Das Auto gilt oft als Statussymbol – und gleichzeitig sind besonders Frauen durch Sorgearbeit häufiger darauf angewiesen. Ihr Fazit: „Mit einem intersektional-feministischen Blick auf Mobilität kommen wir von einer Mobilität von wenigen für wenige zu einer Mobilität von allen für alle.“

Diskussion mit Tiefgang

In der anschließenden Publikumsdiskussion stand der Begriff „Feministische Mobilitätswende“ im Mittelpunkt. Assoziationen wie Genderneutralität, inklusive Planung und gerechte Verteilung von Mobilitätsressourcen zeigten, wie facettenreich das Thema ist – und wie groß der Handlungsbedarf.

Ein großer Dank geht an die Hans Sauer Stiftung für die Initiative, an Moderatorin Suzan Çakar für die souveräne Gesprächsleitung – und natürlich an unsere drei großartigen Speakerinnen für ihre Perspektiven und ihr Engagement.

„Zukunft der Mobilität“ ist eine Veranstaltungsreihe von MCube – Munich Cluster for the Future of Mobility in Metropolitan Regions, in Kooperation mit der Technischen Universität München, TUM openLAB Urban Mobility und dem Deutschen Museum Verkehrszentrum.

Die Lessons Learned aus der ersten MCube Förderphase zeigen, welche Faktoren Projekte wirklich voranbringen – und wo typische Barrieren entstehen.

Transparenz schaffen, Wirkung belegen, Strategien schärfen – der neue Indikatoren-Guide unterstützt genau dabei.

Zum ersten Mal in diesem Format machten sich Studierende auf den Weg in drei Städte Europas. Es ging nach Stockholm, Tallinn/Helsinki und Barcelona.

Diesmal wurden die Mobilität in den Städten Ljubljana, Genua und Utrecht untersucht.

Wie können Mobilitätsdaten und Simulationen Städte lebenswerter machen – und Veränderung sichtbar und begreifbar?

Was haben Brüssel, Lissabon, Mailand und Paris gemeinsam?

Wohin mit Autos, Fahrrädern und E-Scootern – und wie organisieren wir Parkraum fair, effizient und zukunftsfähig?

Der Mobi-Score – Die versteckten Kosten von Mobilität auf einen Blick

Resilienter Wandel zu nachhaltiger Mobilität – Lektionen für eine transformative städtische Mobilitätspolitik

Experimentieren für die Mobilitätswende – Anstöße für Kommunen zum Umgang mit Reallaboren

Leichte Sprache

Was ist MOSAIQ?
Stellt Euch etwas vor: Es gibt mehr Platz für Menschen. Die Straßen haben mehr Bäume und Pflanzen. Alle Menschen können sich besser fort∙bewegen. So könnte Euer Stadt∙teil Schwabing-West in Zukunft sein. Wie wünscht Ihr Euch Euren Stadt∙teil? Darüber wollen wir mit Euch sprechen!

Das Projekt heißt: MOSAIQ. MOSAIQ ist ein Forschungs∙projekt. MOSAIQ bedeutet: Mobilität und Stadt-Klima im Zukunfts-Stadt∙teil. Die Technische Universität München leitet das Projekt.

Worum geht es bei MOSAIQ?
MOSAIQ will die Straßen im Stadt∙teil schöner machen. Die Menschen sollen sich dort wohlfühlen. Es soll mehr Platz geben. Zum Beispiel für Treffen und für Pflanzen. Ihr könnt mit∙entscheiden, was im Stadt∙teil ausprobiert wird. Die Ideen kommen von Euch. Manche Ideen werden für eine bestimmte Zeit auf den Straßen ausprobiert.
Das Ziel von MOSAIQ ist: Die Stadt∙teile sollen gute Orte zum Leben werden.
Gleichzeitig soll das Klima in der Stadt besser werden. Und die Menschen sollen sich gut in der Stadt bewegen können. 

Was passiert im Stadtteil?

  • Im Jahr 2025:
    Die Menschen im Stadt∙teil können mitmachen. Sie können ihre Ideen sagen. Es gibt Gespräche, Umfragen und Treffen. Auch Forscherinnen und Forscher beginnen mit ihrer Arbeit.
  • Im Jahr 2026:
    Einige Ideen werden ausprobiert.
    Sie werden für eine bestimmte Zeit auf den Straßen umgesetzt.
  • Im Jahr 2027:
    Die Ergebnisse werden ausgewertet.
    Es wird überlegt, wie es weiter∙gehen kann.