Mehr als 100 Gäste, zwei elektrische LKWs zum Anfassen und eine lebhafte Diskussion über die Zukunft des Güterverkehrs: Die neueste Ausgabe der MCube Speaker Series im Deutschen Museum Verkehrszentrum in München zeigte eindrucksvoll, wie stark sich die Logistikbranche derzeit verändert. Unter dem Titel „Zukunft der Logistik: Elektrisch & Autonom“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Praxis, Forschung und öffentlicher Hand zusammen, um über neue Technologien, Herausforderungen und konkrete Lösungsansätze zu diskutieren.
Die Ausgangslage ist klar: Die Transportmengen steigen kontinuierlich, während Klimaziele, Energieinfrastruktur und ein wachsender Fahrermangel Unternehmen und Politik gleichermaßen unter Druck setzen. Gleichzeitig eröffnen technologische Entwicklungen neue Möglichkeiten. Elektrische Antriebe, intelligente Ladesysteme und autonomes Fahren könnten den Güterverkehr künftig effizienter, sauberer und sicherer machen. Doch wie gelingt der Schritt von Pilotprojekten hin zu einer skalierbaren Realität?
Zum Auftakt des Abends beleuchteten Maximilian Zähringer, CEO von FRYTE, und Maximilian Ritz, Senior Service Designer bei UnternehmerTUM, die Herausforderungen der Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs. Ein elektrischer LKW benötigt etwa fünfmal so viel Energie wie ein Pkw und kann künftig mit bis zu 1.000 Kilowatt geladen werden – eine Leistung, die etwa 200.000 LEDs gleichzeitig versorgen könnte. Damit wird deutlich, wie entscheidend eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur für den Erfolg elektrischer Trucks ist. Besonders wichtig ist dabei die Planbarkeit. Wenn ein LKW nicht laden kann, gerät schnell der gesamte Transportplan durcheinander. Deshalb arbeiten verschiedene Partner im Projekt „eTruck Charging“ an Lösungen, mit denen Ladepunkte künftig reserviert werden können, um mehr Planungssicherheit im Fernverkehr zu schaffen.
Dr. Anna Julia Sprung von MAN Truck & Bus zeigte, dass autonomes Fahren nur dann sein volles Potenzial entfalten kann, wenn es in bestehende Logistiksysteme integriert wird. Autonome Fahrzeuge sind Teil eines komplexen Ökosystems aus Infrastruktur, digitalen Plattformen und operativen Prozessen. Langfristig könnten autonome Trucks dazu beitragen, den zunehmenden Fahrermangel zu kompensieren und Logistikprozesse effizienter zu gestalten. Voraussetzung dafür sind jedoch enge Kooperationen zwischen Industrie, Logistikunternehmen und Politik.
Ein besonders praxisnaher Einblick kam von Elektrotrucker Tobias Wagner, der im Fernverkehr bereits regelmäßig mit einem E-LKW unterwegs ist. Seine Erfahrungen zeigen, dass elektrischer Fernverkehr in Europa heute schon möglich ist – von Portugal bis in die Türkei, selbst bei extremen Temperaturen. Interessant ist auch, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten gut mit den Ladezeiten der Fahrzeuge zusammenpassen. Gleichzeitig wächst das Netz an LKW-Ladeparks stetig.
Um den Alltag für Fahrer zu erleichtern, hat Tobias Wagner die eTrucker App entwickelt, die wichtige Informationen rund um Ladepunkte und Routenplanung bündelt. In diesem Jahr plant er zudem ein außergewöhnliches Projekt: die erste Weltumrundung mit einem Elektro-LKW mit nur 80 Ladestopps.
Katrin Herda von der TST Gruppe gab Einblicke in die Perspektive eines Logistikunternehmens, das bereits rund 30 Elektro-LKW in seiner Flotte betreibt. Für Speditionen geht es inzwischen nicht mehr nur um einzelne Fahrzeuge, sondern um den Aufbau eines gesamten Lade- und Energieökosystems. Ein Ansatz ist ein gemeinsames Depot-Partnerladenetzwerk, in dem Logistikunternehmen ihre Ladeinfrastruktur teilen und gemeinsam weiterentwickeln. Dadurch lassen sich Investitionen besser nutzen und eine skalierbare Infrastruktur für elektrische Trucks schaffen.
Zum Abschluss richtete Ernst-Benedikt Riehle von der IHK für München und Oberbayern den Blick auf die strategische Perspektive der Region. Der Großraum München zählt zu den wichtigsten Logistikstandorten Europas, gleichzeitig wächst das Güterverkehrsaufkommen bis 2040 voraussichtlich um rund 31 Prozent. Angesichts fehlender Fahrer und begrenzter Infrastruktur könnte autonomer Güterverkehr langfristig eine wichtige Rolle spielen. Erste Anwendungen gibt es bereits in Terminals und Logistikhubs. Der nächste Schritt besteht darin, autonome Systeme schrittweise auf die Straße zu bringen.
In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, dass viele der technologischen Lösungen bereits existieren. Die größte Herausforderung besteht nun darin, sie gemeinsam zu skalieren. Mehr Zusammenarbeit zwischen Industrie, Logistikunternehmen, Politik und Forschung ist entscheidend, um Infrastruktur aufzubauen, Standards zu entwickeln und regulatorische Hürden zu überwinden.
Die Stimmung im Deutschen Museum zeigte auch: Die Branche ist bereit, diesen Weg zu gehen. Elektrische und autonome Logistik ist keine Vision mehr – sie ist bereits Realität.
Die Lessons Learned aus der ersten MCube Förderphase zeigen, welche Faktoren Projekte wirklich voranbringen – und wo typische Barrieren entstehen.
Transparenz schaffen, Wirkung belegen, Strategien schärfen – der neue Indikatoren-Guide unterstützt genau dabei.
Zum ersten Mal in diesem Format machten sich Studierende auf den Weg in drei Städte Europas. Es ging nach Stockholm, Tallinn/Helsinki und Barcelona.
Diesmal wurden die Mobilität in den Städten Ljubljana, Genua und Utrecht untersucht.
Wie können Mobilitätsdaten und Simulationen Städte lebenswerter machen – und Veränderung sichtbar und begreifbar?
Was haben Brüssel, Lissabon, Mailand und Paris gemeinsam?
Wohin mit Autos, Fahrrädern und E-Scootern – und wie organisieren wir Parkraum fair, effizient und zukunftsfähig?
Der Mobi-Score – Die versteckten Kosten von Mobilität auf einen Blick
Resilienter Wandel zu nachhaltiger Mobilität – Lektionen für eine transformative städtische Mobilitätspolitik
Experimentieren für die Mobilitätswende – Anstöße für Kommunen zum Umgang mit Reallaboren
No results available
Was ist MOSAIQ?
Stellt Euch etwas vor: Es gibt mehr Platz für Menschen. Die Straßen haben mehr Bäume und Pflanzen. Alle Menschen können sich besser fort∙bewegen. So könnte Euer Stadt∙teil Schwabing-West in Zukunft sein. Wie wünscht Ihr Euch Euren Stadt∙teil? Darüber wollen wir mit Euch sprechen!
Das Projekt heißt: MOSAIQ. MOSAIQ ist ein Forschungs∙projekt. MOSAIQ bedeutet: Mobilität und Stadt-Klima im Zukunfts-Stadt∙teil. Die Technische Universität München leitet das Projekt.
Worum geht es bei MOSAIQ?
MOSAIQ will die Straßen im Stadt∙teil schöner machen. Die Menschen sollen sich dort wohlfühlen. Es soll mehr Platz geben. Zum Beispiel für Treffen und für Pflanzen. Ihr könnt mit∙entscheiden, was im Stadt∙teil ausprobiert wird. Die Ideen kommen von Euch. Manche Ideen werden für eine bestimmte Zeit auf den Straßen ausprobiert.
Das Ziel von MOSAIQ ist: Die Stadt∙teile sollen gute Orte zum Leben werden.
Gleichzeitig soll das Klima in der Stadt besser werden. Und die Menschen sollen sich gut in der Stadt bewegen können.
Was passiert im Stadtteil?